"A GUATER KIRTA DAUERT BIS ZUM IRTA"

A SCHEENER KIRTA-NACHMITTAG...

Zwar dauerte unser traditioneller Kirchweihnachmittag nur bis zu den Abendstunden des 14. Oktober. Dennoch merkte man den zahlreich erschienenen Gästen an den fröhlichen Gesichtern an, dass sie sich sichtlich wohl fühlten.

Dafür sorgte insbesondere die „Schmankerlmusi“ aus Kiefersfelden. Die virtuosen Musikanten spielen in unterschiedlichen Besetzungen. Aber immer kommt echte, unverfälschte Volksmusik heraus. Die Palette der beherrschten Instrumente ist so bunt wie das Liedrepertoire:  Harfe, Gitarre, Posaune, Trompete, Kontrabass, diatonische Harmonika,  Akkordeon und weitere  Klangkörper.
Zwei junge Dirndl ließen im Stadel ihre geübten Stimmen erklingen.
Die beiden Herren unterhielten das aufmerksame Publikum mit humorvollen Anekdoten und gekonnt vorgetragenen Witzen. Das herzhafte Lachen der Zuhörer bestätigte hörbar, dass die Pointen unten an den Tischen angekommen waren.
Im Stadel entstand eine fröhliche, ausgelassene, wie man bei uns in Bayern zu sagen pflegt, "griabige" Stimmung. Es passte halt: die mitreißenden Musikanten, die gut gelaunten Gäste, unsere hilfsbereiten Aktiven und das rustikale Ambiente des uralten Bauernanwesens.

Unsere fleißigen unermüdlichen Helfer kredenzten Kirchweihnudeln und Auszogne von unserem "Hofbäcker" Tobi Götz, dampfende Würstl aus der Dorfmetzgerei Niedermeier sowie erfrischendes "Kühles" für die durstigen Kehlen.

Im Publikum wurde viel geratscht und sich munter ausgetauscht. Der Nachmittag verging im wohlverstandenen Wortsinn "wie im Fluge".

Zwar fehlte die örtliche Geistlichkeit wegen anderweitiger Terminverpflichtungen. Dennoch war bei den Gästen der inhaltliche Hintergrund des "Kirta" präsent. Man erinnerte sich an die früheren Traditionen des Kirchweihfestes. Und natürlich war der alte Spruch zu vernehmen:
"A guater Kirta dauert bis zum Irta.".

Allen Lesern nochmals kurz zur Erinnerung: Seit dem Mittelalter wurde zur jährlichen Wiederkehr des Tages der Weihe der örtlichen Kirche ein Fest gefeiert. Lange war es üblich, dass eine Kirchweih entweder am tatsächlichen Jahrestag der Weihe oder – falls das Weihedatum unbekannt war – um den Gedenktag des Patrons gefeiert wurde.

Auf dem Land war die Kirchweih eine wichtige Institution. Gerade die weltlichen Feierlichkeiten hatten es in sich: Das Bier floss in Strömen, ein Stück Braten nach dem anderen wurde verdrückt, es wurde getanzt, es wurde "angebandelt" und die Gemeinde wurde mit unterschiedlichen Attraktionen unterhalten. So ging das reihum von Dorf zu Dorf. Aber wer sollte da noch arbeiten, wenn quasi ständig eine ganze Gegend auf einem Kirchweihfest versammelt war?
Das fragte sich natürlich in erster Linie die bayerische Obrigkeit. Deshalb überlegte sie sich etwas, um dem ausschweifenden Treiben Einhalt zu gebieten: Es sollte ein einheitliches Datum für das Weihegedenken sämtlicher bayerischen Kirchen geben, und zwar am dritten Sonntag im Oktober. So konnte jedes Dorf für sich feiern, und die Leute wurden nicht ständig durch Feste in den Nachbarorten abgelenkt. Die Kirche war mit im Boot: 1866 führten die bayerischen Bistümer und Erzbistümer diesen Erlass ein. Der Volksmund nannte den Tag bald "Allerweltskirta".

Die Besucherinnen und Besucher des Kirchweihnachmittags im Wolfschneiderhof jedenfalls halten gerne an dieser schönen Tradition fest.

So bleibt diese traditionelle Veranstaltung weiter fester Bestandteil unseres Vereinsjahres...

 

Die lebendigen Blitzlichter der gelungenen Veranstaltung stammen von Edith Rösch und Thorsten Neuhaus.

 

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