Heimatpflege - was ist das?

Nach dem viel wissenden WIKIPEDIA meint Heimatpflege die Präsentation und Pflege der Lebensumwelt des Menschen als Heimat in umfassender Sicht.

Dabei wird das Hauptaugenmerk auf die Alltagskulutur, die Landschaft und die Natur gelenkt.

Im 19. Jahrhundert entstand die so genannte Volkstumspflege, geprägt von einer romatischen Idealisierung der Lebensweise des einfachen ländlichen Volkes. Sie stellte eine Art Gegenbewegung gegen die Industrialisierung von Landschaft und Lebensweise dar. Durch die völkische Bewegung und den Nationalsozialismus erfuhr sie als Heimatschutzbewegung eine totalitäre Orientierung.

Im Recht des heutigen Freistaats Bayern ist Heimatpflege ausdrücklich verankert. In den Bezirken kümmern sich hauptamtliche Bezirksheimatpfleger bzw. Kulturreferate um die regionale Kultur. Die weitere Umsetzung im Detail regelt die gemeinsame Bekanntnmachung des Kultus- und des Innenministeriums "Heimatpflege in den Landkreisen, kreisfreien Städen und Großen Kreisstädten".

Sie ordnet die Zuständigkeiten der Heimatpflege und stellt dar, wie die amtlich bestellten Kreis- und Stadtheimatpfleger in die planungs-, bau- und denkmalrechtlichen Verfahren einzubinden sind.

Darüber hinaus haben viele Gemeinden kulturell aktive Menschen zu Ortsheimatpfleger(n)/innen bestellt.

Sämtlliche Institutionen sowie Heimatvereine und die Heimatpfleger sind die Träger der Trachten-, Brauchtums-, Volkstanz-, Volkslied- und Denkmalpflege.

Auf Landesebene kümmert sich im Freistaat der Bayerische Landesverein für Heimatpflege um diesen Kulturbereich. Er ist eine bürgerschaftliche Vereinigung und wird von rund 8000 Mitgliedern getragen. Dazu gehören neben Einzelmitgliedern auch rund 800 Gemeinden sowie Kulturorganisationen und Vereine. Darüber hinaus ist der Landesverein mit seiner Geschäftsstelle ein Dienstleistungsbetrieb, der den verfassungsmäßigen Kulturauftrag des Staates im Rahmen der heimatpflegerischen Aufgabenstellung ausführt. Er unterstützt unter anderem die ehrenamtlichen Heimatpfleger der Landkreise, kreisfreien Städte und Großen Kreisstädte.

Link = https://www.heimat-bayern.de

Im Landkreis München sind ehrenamtliche Kreisheimatpfleger/innen für die Bereiche Heimatpflege, Archivpflege, Denkmalpflege und Volksmusikpflege tätig.

Link = https://www.landkreis-muenchen.de/buergerservervice/dienstleistungen-a-z/dienstleistung/heimatpfleger/

Die Gemeinde Taufkirchen bestellt für die Ortsheimatpflege eine/n Gemeindeheimatpfleger/in.

Link = https://www.taufkirchen-mucl.de/de/startseite/

GESCHICHTE UNSERER HEIMATGEMEINDE

 

Unsere Heimatgemeinde kann auf eine lange und bewegte Geschichte zurück blicken.

Mit der nachfolgenden Darstellung etlicher "Blitzlichter" aus dieser Historie soll zum Einen der "rote Faden" der Entwicklungen gesponnen, zum Anderen die große Bandbreite des Geschehens vermittelt werden.

Die Ausgrabungen im Rahmen der Bauarbeiten im Sport- und Freizeitpark 1994 brachten ans Licht, dass auf unserem heutigen Gemeindegebiet bereits vor 4.500 Jahren Menschen siedelten.

Taufkirchen ist 8 km südlich von München, im Hachinger Tal gelegen. Mit einem Umfang von 22 qkm ist der Ort flächenmäßig eine der größten Gemeinden des Landkreises München.

Er besteht aus den Ortsteilen Taufkirchen, Westerham, Winning, Bergham, Potzham, Pötting, Am Birkengarten und Am Wald.

Zum 31.12.2017 hatte die Gemeinde 17.970 Einwohner.

Im Rahmen der bereits erwähnten Ausgrabungen konnte eine keltische Siedlung rekonstruiert werden. Zur Erinnerung daran wurde ein"Keltenhaus" am Köglweg erstellt - ein Nachbau eines so genannten Sechspfostenhauses aus der Hallstattzeit (6. bis 3.Jhdt.v.Chr.) und eine Ausstellung eingerichtet.

Um 806 n.Chr. taucht erstmals der Name "hachinga" in einer Schenkungsurkunde von Abt Petto von Schäftlarn auf. 1148 wiederum wird "Taufkirchen" zum ersten Mal in einer Urkunde des Klosters Weihenstephan genannt.

Das Geschlecht der Taufkircher bestimmt ab dem 14.Jahrhundert über 200 Jahre das Geschehen. Das Wappen dieser "Ritter" wurde von der Gemeinde als Gemeindewappen übernommen. Das Grabmal von Ritter Hilprant dem Taufkircher, das ihn in Ritterrüstung zeigt, befindet sich heute im Eingangsbereich der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer. Ob das Geschlecht der Taufkircher tatsächlich dem Ritterstand angehörte oder die Darstellung auf der Grabplatte nur symbolisch zu verstehen ist, konnte bisher nicht eindeutig erforscht werden.

Ab 1632 wütet auch in Taufkirchen der Dreißigjährige Krieg. Die Pest raffte einen erheblichen Teil der Bevölkerung dahin.

Die Jesuiten ließen Taufkirchen durch weltliche Priester betreuen und kümmerten sich auch um die Kirche, dessen spätromanischer Turm als trotziger Wehrturm jahrhundertelang dem Schutz der Bevölkerung gedient hatte.

Das 2. Edikt zur Gemeindebildung macht Taufkirchen 1818 mit 526 Einwohnern in 92 Häusern zu einer königlichen "Ruralgemeinde" (Landgemeinde). Erster Gemeindevorsteher war Peter Pauli, der "Frimmer" von Potzham.

Ein Großbrand vernichtet 1824 9 Anwesen. Die Hungersnot in Bayern, ein Choleraepidemie im Hachinger Tal und die Kriege 1866 und 1870/71 legten große Lasten auf die Bevölkerung.

Das erste Schulhaus der Gemeinde wurde 1864 erbaut, ein Feuerwehrhaus mit Schulraum und Lehrerwohnung 1892. Zu dieser Zeit wurden von Potzham bis Westerham am Hachinger Bach 5 Getreidemühlen sowie ein Sägewerk betrieben.

Neben der Kirche stand die alte Tafernwirtschaft, heute Gasthaus Trenner.

1880 wurde die Kartoffelspiritusbrennerei von der hierfür gegründeten Brennereigenossenschaft errichtet.

1898 fuhr zum ersten Mal die Loalbahn München-Ost-Deisenhofen mit einem Bahnhof in Taufkirchen.

Seit 1900 gibt es im Ort elektrisches Licht. 1909 wurde die Filialkirche Taufkirchen zur Pfarrei " St. Johannes der Täufer" erhoben.

Die Geschichte ab dem 20. Jahrhundert wird derzeit fort geschrieben.

 

QUELLEN:

"Taufkirchen - gestern - heute - morgen", 1998, Geiger-Verlag, Herausgeber: Gemeinde Taufkirchen

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